Die Spritpreise in Deutschland steigen weiter und erreichen erneut Rekordwerte. Super E10 kostet inzwischen 2,30 Euro pro Liter und damit so viel wie nie zuvor. Auch Diesel ist deutlich teurer geworden und liegt mittlerweile bei 2,422 Euro pro Liter.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer in Deutschland wird das Tanken immer teurer. Nach der aktuellen Auswertung des ADAC ist der durchschnittliche Preis für einen Liter Super E10 auf 2,300 Euro gestiegen. Im Vergleich zur Vorwoche entspricht das einem Anstieg von 4,1 Cent.
Damit erreicht der Benzinpreis erneut einen historischen Höchststand.
Super E10 erreicht neuen Rekord
Am Dienstag, den 15. September, kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Durchschnitt 2,30 Euro.
Besonders auffällig: Die Preise für Super E10 erreichten vier Tage in Folge neue Rekordwerte. Für viele Verbraucher ist die Entwicklung nur schwer nachvollziehbar, insbesondere weil der aktuelle Rohölpreis nicht deutlich über früheren Höchstständen liegt.
Diesel verteuert sich um mehr als 10 Cent
Noch stärker ist der Preisanstieg beim Diesel.
Autofahrer müssen derzeit im bundesweiten Durchschnitt 2,422 Euro pro Liter bezahlen. Innerhalb einer Woche ist der Dieselpreis damit um 10,1 Cent gestiegen.
Der bisherige Rekordpreis vom April 2026 ist damit nur noch knapp entfernt.
Ölpreis bei rund 110 US-Dollar
Ein Grund für die steigenden Spritpreise ist der höhere Ölpreis. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit knapp 110 US-Dollar.
Nach Einschätzung des ADAC erklären der gestiegene Ölpreis und der Euro-Dollar-Wechselkurs das derzeitige Preisniveau an den Tankstellen allerdings nur teilweise.
Besonders bei Super E10 fällt die Entwicklung auf. Ende April kostete ein Barrel Brent ebenfalls rund 110 US-Dollar. Damals lag der Preis für einen Liter Super E10 jedoch bei ungefähr 2,10 Euro.
Der Unterschied sorgt bei vielen Verbrauchern für Unverständnis.
Der ADAC sieht deshalb insbesondere auf Ebene der Raffinerien und des Großhandels weiteren Erklärungsbedarf. Nach Ansicht des Automobilclubs ist mehr Transparenz bei der Preisbildung entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig.
Bundesregierung kündigt Entlastungen an
Angesichts der stark gestiegenen Spritpreise wird in Deutschland erneut über mögliche Entlastungen für Autofahrer diskutiert.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zuletzt Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher angekündigt. Welche konkreten Maßnahmen umgesetzt werden sollen, ist bislang jedoch noch offen.
Eine Übergewinnsteuer lehnt der Bundeskanzler nach eigenen Angaben ab.
Warum sind die Spritpreise so stark gestiegen?
Mit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 waren die Preise für Benzin und Diesel deutlich gestiegen.
Zusätzlich beeinflusste die Einführung des sogenannten „Österreich-Modells“ ab dem 1. April die Preisentwicklung. Seit der Neuregelung dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen.
Dadurch hat sich auch das günstigste Zeitfenster zum Tanken verändert.
Tankrabatt brachte rund 17 Cent Entlastung
Vom 1. Mai bis zum 30. Juni wurde die Energiesteuer auf Kraftstoffe um etwa 14 Cent pro Liter gesenkt.
Unter Berücksichtigung des darauf entfallenden Mehrwertsteueranteils sollte die Entlastung insgesamt 16,7 Cent brutto pro Liter betragen. Gerundet wurde häufig von einem Tankrabatt von 17 Cent pro Liter gesprochen.
Wann ist Tanken in Deutschland am günstigsten?
Durch die neue Regelung dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen.
Dadurch ist der frühe Abend nicht mehr automatisch die günstigste Zeit zum Tanken.
Eine ADAC-Auswertung von mehr als 14.000 Tankstellen in Deutschland aus dem Mai 2026 zeigt, dass die Preise kurz vor 12 Uhr häufig unter dem Tagesdurchschnitt liegen.
Wer beim Tanken sparen möchte, sollte deshalb nach Möglichkeit kurz vor Mittag tanken, solange dieses Preisfenster durch die aktuelle Regelung bestehen bleibt.
