Der neue ungarische Premierminister Péter Magyar hat mit einer Erklärung in den sozialen Medien für Aufmerksamkeit gesorgt. Magyar kündigte an, dass er statt luxuriöser Regierungsfahrzeuge den Škoda Superb, der den Menschen bereits aus seinem Wahlkampf bekannt ist, als offizielles Dienstfahrzeug des Premierministers nutzen werde. Außerdem werde er nicht in eine offizielle Regierungsresidenz einziehen.
Péter Magyar erklärte:
„Als offizielles Fahrzeug des Premierministers werde ich den Škoda Superb nutzen, den die Menschen während meines Wahlkampfes im ganzen Land kennengelernt haben. Außerdem werde ich nicht in eine offizielle Regierungsresidenz umziehen.“
As my official Prime Ministerial car, I will use the Škoda Superb, which became familiar to people across the country during my campaign tour. I will also not be moving into an official government residence. pic.twitter.com/g4Dl9PdiTZ
— Magyar Péter (Ne féljetek) (@magyarpeterMP) May 13, 2026
Diese Entscheidung wurde von den Unterstützern der Tisza-Partei als Zeichen von Bescheidenheit und Sparsamkeit gewertet. Gleichzeitig wurde in den ungarischen Medien darauf hingewiesen, dass sowohl die Nutzung eines Škoda Superb als auch das Wohnen im eigenen Familienhaus bereits während der Amtszeit von Viktor Orbán gängige Praxis gewesen seien.
In seinem Beitrag vom 13. Mai 2026 erklärte Magyar, dass der blaue Škoda Superb, den er während seiner Wahlkampftour genutzt hatte, künftig sein offizielles Regierungsfahrzeug sein werde. Zudem kündigte er an, weiterhin im Familienhaus in Buda, in dem auch seine Kinder leben, wohnen zu bleiben.
„Die Menschen im ganzen Land haben dieses Auto während meiner Wahlkampftour kennengelernt. Außerdem werde ich nicht in eine offizielle Regierungsresidenz umziehen“, sagte Magyar und betonte, dass er dort bleiben wolle, wo seine Kinder zuhause seien.
Ungarische Medien erinnerten daran, dass der Škoda Superb bereits seit 2011 das Standard-Dienstfahrzeug für Minister und hohe Staatsbeamte in Ungarn ist. Während der ersten Regierung Orbán wurden über die staatliche Beschaffungsstelle 97 Fahrzeuge dieses Modells für rund 600 Millionen Forint (etwa 1,5 Millionen Euro) angeschafft.
Laut einer im Jahr 2017 veröffentlichten Regierungsübersicht waren nur 11 von insgesamt 56 Fahrzeugen der Minister und Staatssekretäre keine Škoda Superb-Modelle.
Ein neuer Škoda Superb kostet zwischen 16 und 26 Millionen Forint (etwa 41.000 bis 66.500 Euro). Der eigentliche Vergleich Magyars richtet sich laut Berichten gegen die gepanzerten BMW 760i Protection xDrive-Limousinen, die vom ungarischen Anti-Terror-Zentrum (TEK) zum Schutz von Viktor Orbán eingesetzt wurden. Der Wert dieser Fahrzeuge wurde im Jahr 2025 auf rund 270 Millionen Forint (ca. 690.000 Euro) pro Fahrzeug geschätzt.
Bemerkenswert ist zudem, dass auch Viktor Orbán nach seiner Rückkehr an die Macht im Jahr 2010 nie in eine offizielle Regierungsresidenz eingezogen ist. Stattdessen lebt er weiterhin mit seiner Familie in seinem Haus in der Cinege-Straße in Buda.
Sicherheitsexperten äußerten jedoch Zweifel daran, ob ein Škoda Superb und ein privates Wohnhaus ausreichenden Schutz für einen amtierenden Premierminister bieten. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen am Wohnhaus könnten erhebliche Kosten verursachen.
Magyar kritisierte außerdem die Ausgaben der vorherigen Regierung und bezeichnete das als Amtssitz genutzte Karmelitenkloster als einen auf Kosten der Steuerzahler errichteten „Karmeliten-Palast“.
Péter Magyar hatte am 9. Mai 2026 das Amt des Premierministers übernommen, nachdem seine Tisza-Partei die Parlamentswahl vom 12. April gewonnen hatte. Während EU-Politiker den Regierungswechsel begrüßten, warnten einige Wissenschaftler davor, dass sich auch die Tisza-Bewegung langfristig zu einem zentralisierten Machtmodell entwickeln könnte.
