Der Außenminister der Republik Türkei, Hakan Fidan, hat in Wien bei einer Veranstaltung mit dem Titel „Die Außenpolitik der Türkei im Zeitalter globaler Unsicherheiten“ gesprochen, die von der Union Internationaler Demokraten (UID) organisiert wurde.
In seiner Rede betonte Fidan die Bedeutung der Integration sowie der aktiven Teilnahme von Menschen mit türkischen Wurzeln in demokratischen Gesellschaften. Er hob hervor, dass es wichtig sei, sowohl dem Aufenthaltsland als auch der eigenen Herkunftskultur einen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig unterstrich er die wichtige Rolle der UID bei der Förderung dieses Bewusstseins.
Fidan erklärte, dass die Zugehörigkeit der türkischen Gemeinschaften im Ausland ein Prozess sei, der sich schrittweise entwickle: ruhig, aber nachhaltig. Dabei würden Identität und kulturelle Werte bewahrt, während gleichzeitig eine feste Verankerung in den jeweiligen Gesellschaften entstehe.
Ein zentraler Punkt seiner Rede war die Bedeutung politischer Stabilität und Führung für den Erfolg der türkischen Außenpolitik. Fidan verwies darauf, dass die wiederholte Wahl von Präsident Recep Tayyip Erdoğan sowie die Kontinuität seiner politischen Vision maßgeblich zur außenpolitischen Stärke der Türkei beigetragen hätten.
Darüber hinaus beschrieb Fidan die Türkei als ein sicheres Land und als einen stabilisierenden Akteur in ihrer Region. Gleichzeitig betonte er, dass das Ziel nicht nur Sicherheit sei, sondern auch Frieden und wirtschaftliche Entwicklung in der gesamten Region zu fördern.
Diplomatische Haltung der Türkei
Fidan ging auch auf die aktuelle internationale Lage ein. In Bezug auf den Gaza-Konflikt erklärte er, dass die Türkei gemeinsam mit verschiedenen Ländern diplomatischen Druck ausübe, um Gewalt zu beenden. Zudem betonte er, dass die Türkei sowohl im Russland-Ukraine-Krieg als auch in anderen Konflikten konsequent auf Waffenstillstand und Dialog setze.
Auch im Zusammenhang mit Spannungen zwischen dem Iran und den USA unterstrich Fidan, dass die Türkei eine Lösung durch Diplomatie und Gespräche unterstütze. Konsistenz sei dabei ein Grundprinzip der türkischen Außenpolitik.
Fidan machte deutlich, dass sowohl historische Verbrechen wie der Holocaust als auch aktuelle humanitäre Krisen gleichermaßen bewertet werden müssten. Eine selektive Haltung sei nicht akzeptabel.
Botschaft der regionalen Verantwortung
Der Außenminister betonte, dass die Türkei als G20-Mitglied und militärisch starkes Land eine wichtige Rolle bei der Sicherung von Frieden und Stabilität spiele. Er stellte klar, dass die Friedensaufrufe der Türkei nicht aus einer Position der Schwäche heraus erfolgen.
Zudem erklärte Fidan, dass viele Länder die außenpolitische Strategie der Türkei zunehmend besser verstünden. Probleme, die die Türkei betreffen, könnten auch Auswirkungen auf ihre Partner haben, weshalb Zusammenarbeit entscheidend sei.
Abschließend unterstrich Fidan die Bedeutung regionaler Eigenverantwortung. Er erklärte, dass Vertrauen, gegenseitiger Respekt und die Anerkennung von territorialer Integrität wesentliche Voraussetzungen für Stabilität seien. Ein Großteil der Probleme könne bereits durch diese Grundprinzipien gelöst werden.
