ANALYSE – Utkan TV | Hasan Işılak
Nach den Wiener Gemeinderatswahlen vom 27. April 2025 zeigt das Ergebnis der SÖZ-Partei ein klares Bild, das sich weniger auf Interpretationen als vielmehr auf Zahlen stützt. Während die Partei 2020 noch 8.742 Stimmen (1,20 %) erhielt, fiel sie 2025 auf 5.737 Stimmen (0,84 %) zurück. Ein Verlust von rund 3.000 Stimmen bedeutet nicht nur einen technischen Rückgang, sondern deutet auf einen spürbaren Verlust an Wählerunterstützung hin. Auch auf Bezirksebene ergibt sich ein ähnliches Bild: 9.193 Stimmen (1,19 %) im Jahr 2020 gegenüber 6.353 Stimmen (0,86 %) im Jahr 2025.
Die zentrale Frage lautet daher: Wer trägt die Verantwortung für diesen Rückgang? In der Politik müssen nicht nur Erfolge, sondern auch Misserfolge eingeordnet und aufgearbeitet werden. Lag es an einer wenig überzeugenden Kampagne, an unzureichender Präsenz vor Ort oder daran, dass sich die Wählerschaft neu orientiert hat? Ohne klare Antworten auf diese Fragen könnte ein einfaches „Weiter so“ in der Öffentlichkeit wenig überzeugend wirken.
Dass Hakan Gördü im Amt bleibt, ist selbstverständlich eine politische Entscheidung. In einer demokratischen politischen Kultur ist es jedoch nicht ungewöhnlich, dass nach deutlichen Stimmenverlusten auch Führungsfragen diskutiert werden. Dabei geht es weniger um Personen, sondern vielmehr um die Frage, ob die politische Repräsentationskraft geschwächt wurde.
Das vorliegende Ergebnis legt nahe, dass die Verbindung der SÖZ-Partei zu ihrer Wählerschaft kritisch hinterfragt werden muss. In der Politik sind Ämter nicht dauerhaft garantiert – entscheidend ist die Unterstützung der Wählerinnen und Wähler. Daher sollte sich die Debatte nicht allein auf die Führung konzentrieren, sondern vor allem darauf, welchen Kurs die Partei künftig einschlagen will.
Zusammenfassend zeigen die Zahlen eine klare Abwärtsentwicklung. Wie diese interpretiert wird und welche strategischen Schritte daraus folgen, wird maßgeblich bestimmen, welche Rolle die SÖZ-Partei in der kommenden politischen Phase spielen wird.
