Das neue Ein- und Ausreisesystem der Europäischen Union (EES) ist nun vollständig in Betrieb. Ziel des Systems ist es, die Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Bürgern digital zu erfassen und die Sicherheit im Schengen-Raum zu erhöhen.
Anstelle eines einfachen Stempels im Reisepass werden nun biometrische Daten wie Fingerabdrücke und Gesichtsscans gespeichert. Die Daten sollen in Echtzeit zwischen den Mitgliedsstaaten ausgetauscht werden.
Obwohl das System als moderner Fortschritt gilt, kam es zum Start zu erheblichen Verzögerungen, insbesondere an Flughäfen. Reisende berichten von deutlich längeren Wartezeiten bei der Grenzkontrolle.
Offiziell sollte die Registrierung pro Person nur etwa 70 Sekunden dauern. In der Praxis mussten viele Passagiere jedoch mehrere Stunden warten. In Stoßzeiten kam es zu Wartezeiten von bis zu drei Stunden.
Diese Verzögerungen führten dazu, dass zahlreiche Reisende ihre Flüge verpassten. In einigen Fällen starteten Flugzeuge mit nur wenigen Passagieren oder sogar nahezu leer.
Auch Fluggesellschaften stehen vor neuen Herausforderungen. Bereits kleine Verzögerungen summieren sich schnell und beeinflussen den gesamten Flugplan. Experten warnen, dass dies den Luftverkehr zusätzlich belasten könnte.
Vertreter der Branche fordern daher mehr Flexibilität bei der Anwendung des Systems. In Ausnahmefällen sollten Grenzbehörden die Möglichkeit haben, das System vorübergehend auszusetzen, um lange Wartezeiten zu vermeiden.
Die Europäische Kommission betont hingegen, dass das neue System langfristig die Sicherheit verbessern und illegale Einreisen besser kontrollieren soll.
Ob sich die Situation in den kommenden Wochen stabilisiert, wird sich insbesondere vor der Sommerreisezeit zeigen.
