Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und der Krieg rund um den Iran wirken sich zunehmend auf die Energiemärkte aus. Auch in Österreich sind die Folgen bereits deutlich spürbar. Innerhalb weniger Wochen sind sowohl die Preise für Kraftstoffe als auch für Heizöl stark gestiegen. Für Autofahrer und Haushalte bedeutet das eine spürbare Mehrbelastung.
Deutliche Preissteigerungen bei Diesel und Benzin
Nach Angaben der österreichischen Energieregulierungsbehörde E-Control lagen die durchschnittlichen Preise Mitte Februar noch deutlich niedriger. Am 16. Februar kostete ein Liter Diesel im Schnitt 1,519 Euro, während Superbenzin etwa 1,479 Euro pro Liter kostete.
Nur rund zwei Wochen später zeigt sich ein deutlich anderes Bild. Anfang März liegt der durchschnittliche Preis für Diesel bereits bei 1,649 Euro pro Liter, während Superbenzin rund 1,569 Euro pro Liter kostet.
Damit verteuerte sich Diesel innerhalb kurzer Zeit um 13 Cent pro Liter, was einem Anstieg von etwa 8,6 Prozent entspricht. Auch Benzin wurde deutlich teurer: Der Preis stieg um 9 Cent pro Liter, also um rund 6,1 Prozent.
Regionale Unterschiede bei den Preissteigerungen
Die Entwicklung der Kraftstoffpreise fällt in Österreich regional unterschiedlich aus. Besonders stark stiegen die Preise in Oberösterreich, wo laut E-Control die deutlichsten Aufschläge verzeichnet wurden.
Auch in Wien müssen Autofahrer inzwischen tiefer in die Tasche greifen. Dort liegt der Preisanstieg bei Superbenzin bei rund 6,67 Prozent und bei Diesel bei etwa 9,16 Prozent.
Etwas moderater fiel der Anstieg hingegen im Burgenland aus, wo die Preissteigerungen im österreichweiten Vergleich am geringsten waren.
Eine Tankfüllung kostet deutlich mehr
Für Autofahrer macht sich die Entwicklung unmittelbar bemerkbar. Eine durchschnittliche Tankfüllung von 50 Litern Diesel kostet derzeit etwa 82,45 Euro. Noch Mitte Februar lag der Preis für dieselbe Menge bei rund 75,95 Euro. Damit zahlen Autofahrer pro Tankfüllung etwa 6,50 Euro mehr.
Auch bei Benzin sind die Mehrkosten spürbar. Wer 50 Liter Super tankt, zahlt aktuell etwa 78,45 Euro, während es vor zwei Wochen noch rund 73,95 Euro waren. Das bedeutet eine zusätzliche Belastung von etwa 4,50 Euro pro Tankfüllung.
Steigende Ölpreise treiben die Entwicklung
Ein wesentlicher Grund für die höheren Energiepreise ist der deutliche Anstieg der internationalen Rohölpreise. Besonders wichtig für den europäischen Markt ist die Nordseesorte Brent.
Am 16. Februar lag der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl noch bei 68,65 US-Dollar. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern. Inzwischen ist der Preis auf etwa 83,30 Dollar pro Barrel gestiegen.
Das entspricht einem Anstieg von rund 14,65 Dollar beziehungsweise etwa 21 Prozent innerhalb kurzer Zeit. Diese Entwicklung wirkt sich direkt auf die Preise für Kraftstoffe und Heizöl in Europa aus.
Heizölpreise steigen besonders stark
Noch deutlicher zeigt sich die Preisentwicklung beim Heizöl. Während 100 Liter Heizöl vor rund zwei Wochen durchschnittlich etwa 107,85 Euro kosteten, müssen Verbraucher inzwischen rund 142,88 Euro für dieselbe Menge bezahlen.
Das entspricht einer Preissteigerung von rund 35 Euro pro 100 Liter beziehungsweise etwa 32,5 Prozent.
Für Haushalte, die größere Mengen bestellen, fällt die zusätzliche Belastung entsprechend höher aus. Wer beispielsweise 2.000 Liter Heizöl bestellt, muss derzeit rund 700 Euro mehr bezahlen als noch Mitte Februar.
Weitere Preissteigerungen möglich
Der österreichische Automobilclub ARBÖ warnt bereits vor weiteren möglichen Preisanstiegen. Nach Einschätzung von Experten könnte der aktuelle Aufwärtstrend bei den Kraftstoffpreisen in den kommenden Tagen anhalten, da auch die internationalen Ölpreise zuletzt weiter gestiegen sind.
Verbraucherorganisationen raten Autofahrern deshalb, die Preise verschiedener Tankstellen zu vergleichen. Besonders in Zeiten starker Marktschwankungen können die Unterschiede zwischen einzelnen Tankstellen deutlich ausfallen.
Außerdem weisen Experten darauf hin, dass Kraftstoff in vielen Fällen am Vormittag günstiger ist. Viele Tankstellen erhöhen ihre Preise erst rund um die Mittagszeit, weshalb ein früher Tankzeitpunkt häufig Geld sparen kann.
Angesichts der aktuellen geopolitischen Unsicherheiten bleibt abzuwarten, wie sich die Energiepreise in den kommenden Wochen entwickeln werden. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die Auswirkungen internationaler Konflikte sind auch für Verbraucher in Europa deutlich spürbar.
