Die in Österreich lebende türkische Bauingenieurin Esma Atak ist mit dem renommierten „Future Hero“ (Heldin der Zukunft) Award der Fachhochschule Wien ausgezeichnet worden. Trotz ihres jungen Alters sorgt die 28-Jährige nicht nur mit ihren fachlichen Leistungen im Ingenieurwesen für Aufmerksamkeit, sondern auch mit ihrem langjährigen ehrenamtlichen Engagement. Besonders im Bereich STEM (Science, Technology, Engineering and Mathematics) setzt sie sich dafür ein, die Sichtbarkeit von Frauen und jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu stärken.
Im Alter von nur vier Jahren zog Esma Atak gemeinsam mit ihrer Familie von Yozgat nach Wien. Inspiriert vom beruflichen Werdegang ihres Vaters und ihres Großvaters im Bauwesen entschied sie sich früh für eine technische Laufbahn. Ihr Studium im Bauingenieurwesen schloss sie erfolgreich ab. Bereits während ihrer Studienzeit engagierte sie sich in Projekten zur Berufsorientierung und unterstützte Jugendliche bei der Wahl ihres Bildungs- und Karrierewegs. In Schulen und auf Jugendplattformen hielt sie Vorträge, um insbesondere Mädchen für technische Berufe zu begeistern.
In einer traditionell männlich dominierten Baustellen- und Technikbranche sah sich Atak aufgrund ihres jungen Alters und als Frau immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert. Dennoch ließ sie sich nicht entmutigen. Sie erweiterte bewusst ihr Aufgabenfeld, lernte auch Tätigkeiten außerhalb ihrer eigentlichen Stellenbeschreibung und dokumentierte ihren beruflichen Weg in sozialen Medien. Damit erreichte sie tausende Menschen und wurde für viele junge Frauen zu einem Vorbild.
Dass sie mit Kopftuch, Schutzhelm und Sicherheitsschuhen auf der Baustelle arbeitet, sorgte anfangs für Verwunderung. Für Atak ist genau das ein Zeichen dafür, bestehende Denkmuster aufzubrechen. Sie betont, dass Frauen in technischen Berufen ebenso erfolgreich sein können wie Männer, und richtet eine klare Botschaft an junge Mädchen:
„Glaubt an eure Träume, seid mutig und bleibt euch selbst treu.“
Die Auszeichnung als „Future Hero“ versteht Esma Atak als Anerkennung ihrer jahrelangen ehrenamtlichen Arbeit. Sie kündigte an, sich weiterhin dafür einzusetzen, traditionelle Rollenbilder aufzubrechen und die Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Berufsfeldern voranzutreiben.
Der Werdegang der türkischstämmigen Ingenieurin in Wien gilt nicht nur als persönlicher Erfolg, sondern auch als inspirierendes Beispiel für Integration, Engagement und gesellschaftlichen Fortschritt.
