Die anhaltend hohen Energiekosten sorgen in Oberösterreich weiterhin für politische Diskussionen. Vertreter der SPÖ sowie des sozialdemokratischen Pensionistenverbandes fordern eine rasche und spürbare Senkung der Strompreise.
Für Bewegung am Markt sorgt derzeit der größte österreichische Stromanbieter Verbund. Das Unternehmen passt mit 1. März seine Tarifstruktur an. Künftig werden 12,50 Cent netto pro Kilowattstunde verrechnet, im ersten Vertragsjahr wird zudem ein Rabatt von 3 Cent gewährt. Damit reduziert sich der Preis auf 9,50 Cent pro Kilowattstunde vor Steuern.
Diese Entwicklung erhöht den Druck auf die Energiepolitik im Land. Nach Ansicht der oberösterreichischen Sozialdemokraten handle die Bundesregierung, während die Landesregierung – bestehend aus ÖVP und FPÖ – bislang keine vergleichbaren Maßnahmen gesetzt habe.
Die Konsumentenschutzsprecherin Heidi Strauss fordert Wirtschaftslandesrat Markus Achleitner (ÖVP) in seiner Rolle als Eigentümervertreter der Energie AG Oberösterreich zum Handeln auf. Ziel müsse es sein, faire Tarife unter 10 Cent netto pro Kilowattstunde sicherzustellen. Die Energie AG produziere einen großen Teil ihres Stroms aus kostengünstiger Wasserkraft, was einen klaren Wettbewerbsvorteil darstelle.
Forderung nach spürbarer Entlastung
Kritiker bemängeln jedoch, dass sich dieser Vorteil bislang nicht ausreichend in den Tarifen widerspiegle. Sollte es zu keiner Entlastung der Kundinnen und Kunden kommen, könnten vermehrt Wechsel zum Verbund erfolgen. Dies würde aus Sicht der Opposition ein negatives Signal für die Landespolitik darstellen. Der Verbund-Tarif müsse daher als Orientierung dienen.
Auch der oberösterreichische Pensionistenverband schließt sich der Kritik an. Landespräsident Norbert Höpoltseder betont, dass viele Haushalte nach den kalten Wintermonaten an ihre finanziellen Grenzen gestoßen seien. Für zahlreiche Menschen seien die aktuellen Stromkosten nur noch schwer tragbar.
