Die europaweite Ausschreibung für das Kamerasystem wurde erfolgreich abgeschlossen, und in der 2-Millionenstadt Wien wird die Weiterentwicklung des Parkraummanagements fortgesetzt.
Premiere bei der Wiener Parkraumüberwachung: Die ersten Testfahrten mit den neuen Scan Cars haben begonnen, und die Software wird speziell für Wien programmiert. Scan Cars sind Fahrzeuge mit Sensoren zur Kennzeichenerfassung, die die digitale Kontrolle der Parkgebühren ermöglichen.
Das System funktioniert ähnlich wie der seit Jahren eingesetzte mobile Park-Scan, ist jedoch schneller und effizienter. Die Mitarbeiter der Parkraumüberwachung legen täglich bis zu 15 km zurück, und die neuen Fahrzeuge erleichtern ihre Arbeit erheblich. In Städten wie Amsterdam, Prag oder Paris sind vergleichbare Systeme bereits im Einsatz und sorgen für eine moderne, ressourcenschonende und faire Kontrolle.
Die österreichische Firma CPB erhielt den Zuschlag für das Projekt und testet nun die Funktionalität der Software und der Fahrzeuge in den Wiener Straßen. Vier Scan Cars werden in den Bezirken probeweise eingesetzt, die Programmierung wird speziell auf Wien abgestimmt, und ab Ende des Jahres sind die Fahrzeuge im Vollbetrieb.
Mobilitätsstadträtin Ulli Sima besichtigte die Fahrzeuge am Standort der MA 67 und tauschte sich mit den Mitarbeitenden der Parkraumüberwachung aus:
„Wien setzt damit eine österreichweite Premiere. Der Einsatz der Scan Cars ist ein weiterer Schritt Richtung moderne Parkraumbewirtschaftung. Seit Einführung des flächendeckenden Parkpickerls 2022 hat sich die zu kontrollierende Fläche nahezu verdoppelt. Mit den Scan Cars sparen unsere Mitarbeitenden rund 15 Kilometer Fußweg pro Tag.“
Datenschutzkonforme Kontrollen
Die neuen Scan Cars werden in zwölf Bezirken eingesetzt (10, 11, 13–19 und 21–23). Der Sensor auf dem Fahrzeugdach scannt Kennzeichen per optischer Zeichenerkennung (OCR), gleicht sie mit der Datenbank ab und liefert Hinweise auf mögliche Verstöße. Es findet keine Speicherung der Daten statt, sodass die Datenschutzvorgaben vollständig eingehalten werden. Jeder Verdachtsfall wird manuell überprüft.
Digitalisierung für Ressourcenschonung und Mitarbeiterschutz
Die Digitalisierung der Parkraumüberwachung ermöglicht effizientere Verwaltungsprozesse, gezielte Nutzung von Personalressourcen und Energieeinsparungen. Gleichzeitig sind die Kontrollorgane nun vor Wetterbedingungen geschützt und haben ergonomische Arbeitsplätze. Die Besetzung der Scan Cars erfolgt nach einem Rotationsprinzip an sechs Stützpunkten der Parkraumüberwachung.
Michelle Krumpschmid, Leiterin der MA 67 Parkraumüberwachung:
„Die Scan Cars sind eine wertvolle Unterstützung für unsere Mitarbeitenden. Vor Vollbetrieb Ende 2026 werden Testphase und Schulungen im Jahresverlauf durchgeführt. Internationale Erfahrungen zeigen, dass diese Systeme moderne, effiziente und faire Überwachung ermöglichen.“
Österreichisches Software-Unternehmen erhält Zuschlag
Die Einführung der digitalen Parkraumbewirtschaftung wurde im März 2025 vom Wiener Landtag beschlossen. Im November 2025 wurde das zweistufige Bieter*innenverfahren abgeschlossen. CPB Software GmbH mit Sitz in Wien erhielt den Zuschlag für die Kamera-Systeme der Scan Cars. Martin Schanda, Geschäftsführer CPB Österreich:
„Wir sind stolz, Teil der Digitalisierungsstrategie Wiens zu sein und dieses hoch-technologische Vorreiterprojekt umzusetzen.“
Gut sichtbar – und präventiv wirksam
Die Fahrzeuge sind klar erkennbar und motivieren die Einhaltung der Parkregeln. Die Scan Cars können größere Flächen abdecken, erhöhen die Überwachungsdichte in Außenbezirken und sparen zusätzliches Personal ein. Freiwerdende Ressourcen werden in Gebieten mit hoher Stellplatzdynamik eingesetzt, was zu mehr Fairness und Transparenz führt.
Modernes Wiener Parkraummanagement: Erfolgsgeschichte
Die Scan Cars sind ein weiterer Schritt in der Modernisierung der Parkraumkontrolle. Der erste Schritt war 2022 die Vereinheitlichung der Parkpickerl. Die zu kontrollierende Fläche verdoppelte sich nahezu, Autoverkehr sank, neue Flächen wurden geschaffen. Fahrzeuge mit Nicht-Wiener Kennzeichen reduzierten sich um 89 %, die Stellplatzauslastung sank in manchen Bereichen um bis zu 68 %.
Die freigewordenen Flächen werden für Begrünungsprojekte und Radwege genutzt. In Floridsdorf wurden 3.000 m² entsiegelt und 18 Bäume gepflanzt. Leopoldauer Straße: 1,2 km zweirichtungsfähiger Radweg, 17 neue Bäume. Donaustadt: 14 km neuer Radinfrastruktur. Erzherzog-Karl-Straße, Breitenleer Straße u.a. für Fahrradverkehr optimiert.
Fotoquelle: rk-Fotoservice: https://presse.wien.gv.at/
Rückfragehinweis:
- Ulli Sima, Mediensprecherin: elisabeth.auer.ea1@wien.gv.at / 0676 8118 81359
- Patrick Futterknecht, Leiter Bereich Budget, Controlling, Medien & PÜG: patrick.futterknecht@wien.gv.at / +43 1 4000 67024
