Stromausfälle, Internetprobleme oder Störungen im Zahlungssystem können dazu führen, dass Kartenzahlungen und mobile Bezahlmethoden plötzlich nicht mehr funktionieren. Fachleute raten daher, dass Haushalte in Europa für solche Situationen einen gewissen Bargeldbetrag zu Hause bereithalten sollten.
Auch im Alltag bleibt Bargeld in vielen Fällen unverzichtbar: Kleingeld für den Einkaufswagen, ein Trinkgeld oder eine schnelle Bezahlung, wenn das Kartenlesegerät im Geschäft ausfällt. Europäische Studien zeigen, dass viele Menschen weiterhin Bargeld bei sich tragen und zusätzlich einen kleinen finanziellen Puffer für den Ernstfall zu Hause aufbewahren. Doch wie hoch sollte dieser Betrag sein?
Was empfehlen die Behörden?
In mehreren europäischen Ländern, darunter auch die Schweiz, raten staatliche Stellen ausdrücklich dazu, Bargeldreserven anzulegen. Der Hintergrund ist klar: Bei Strom- oder Netzausfällen können Geldautomaten außer Betrieb sein, und Zahlungen mit Debit- oder Kreditkarte sowie per Smartphone sind dann oft nicht möglich.
Nach Einschätzung der zuständigen Behörden sollte der Bargeldbestand so bemessen sein, dass zumindest ein Wocheneinkauf für Lebensmittel sowie bei Bedarf eine Tankfüllung bar bezahlt werden können. Eine konkrete Summe wird jedoch bewusst nicht genannt, da die Ausgaben je nach Haushalt stark variieren.
Wie viel Bargeld liegt tatsächlich zu Hause?
Aktuelle Erhebungen zu den Zahlungsgewohnheiten im Jahr 2025 zeigen, dass viele Menschen diese Hinweise ernst nehmen. Demnach befinden sich im Durchschnitt rund 100 Euro Bargeld im Portemonnaie, während zu Hause häufig mehr als 700 Euro aufbewahrt werden.
Diese Durchschnittswerte werden allerdings durch einzelne Haushalte mit sehr hohen Bargeldbeständen verzerrt. Betrachtet man den Median, ergibt sich ein anderes Bild: Realistischerweise liegen etwa 50 Euro im Geldbeutel und rund 200 bis 250 Euro als Reserve im Haushalt.
Immer mehr Menschen verzichten ganz auf Bargeld
Gleichzeitig wächst der Anteil jener, die vollständig auf Bargeld verzichten. Rund 17 Prozent der Befragten geben an, überhaupt kein Bargeld mehr bei sich zu tragen. Zudem bewahren etwa vier von zehn Personen auch zu Hause kein Bargeld mehr auf. Damit erreichen diese Werte neue Höchststände.
Experten mahnen zur Vorsicht
Finanzexperten warnen davor, sich ausschließlich auf digitale Zahlungssysteme zu verlassen. Gerade in Krisensituationen, bei Naturkatastrophen oder technischen Störungen kann eine moderate Bargeldreserve aus kleinen Scheinen und Münzen entscheidend sein, um den Alltag ohne größere Einschränkungen bewältigen zu können.
